Eine Hornisse sitzt im Gras

So gehen Sie mit Hornissen richtig um

„Drei Hornissen töten einen Menschen, sieben ein Pferd“. Der Satz wird heute noch oft gebraucht – ist aber komplett widerlegt. Hornissen sind nicht gefährlicher als normale Wespen und im Gegensatz dazu friedfertige und scheue Insekten. Sie interessieren sich auch nicht für Ihr Essen und können im Garten sogar nützliche Helfer sein. Wir haben die wichtigsten Infos und Tipps für den Umgang mit Hornissen oder einem Hornissen-Nest.

Hornissen (vespa crabro) gehören zur Familie der Wespen. Sie bilden ebenso einen Staat, den die Hornissen-Königin im Frühling gründet. Im Hochsommer erreicht das Volk die maximale Größe von ca. 400 bis maximal 1000 Angehörigen (Arbeiterinnen und Drohnen). Dazu beginnt die Königin mit einem Nestbau. Als Grundlage dienen meist Holzfasern, gewonnen aus morschen Holzresten.

Hornissennest – Standort für nur einen Sommer

Ein Hornissennest - hier haben die Hornissen einen Nistkasten umfunktioniert.

Ein Hornissennest – hier haben die Hornissen einen Nistkasten umfunktioniert.

Da hohle Baumstämme als Plätze für den Nestbau immer seltener werden, nutzen Hornissen inzwischen auch gerne Holz-Schuppen, Dachstühle oder  Holzverschläge in der Umgebung der Menschen. Ebenso wie Wespen leben Hornissen bis auf die Königin nur wenige Wochen, mit den ersten Nachtfrosten im September oder Oktober sterben die letzten Arbeiterinnen. Nur die befruchteten jungen Königinnen überwintern und sind damit in der Lage im kommenden Jahr einen neuen Staat zu gründen. Dazu suchen Sie sich im Frühling einen neuen Ort.

Hornissen sind auch in der Lage während des Sommers den Standort zu wechseln und umzusiedeln, ein Nest kann also noch im Juli oder August entstehen.

Höhepunkt des Hornissenstaates im Spätsommer

Gerade im Spätsommer und Frühherbst trifft man desöfteren Hornissen an. Der Staat hat dann seine maximale Ausprägung erreicht, bevor die alte Hornissenkönigin nicht mehr unterstützt wird und ihr Volk bis auf die jungen Königinnen ausstirbt. Auch die Nester erreichen jetzt die größten Ausmaße, bis zu 60 Zentimeter Höhe.

Wo überwintern Hornissen?

Die jungen Königinnen und die Drohnen schwärmen zur Paarung aus. Die männlichen Geschlechtstiere überleben nur noch wenige Wochen, während sich die Königinnen einen geeigneten Platz zum Überwintern zu suchen. Dazu kann beispielsweise das morsche Holz eines Baumes oder Erdreich dienen.

Hornissen stehen unter Naturschutz

Grundsätzlich sind Hornissen und deren Nester streng geschützt – das Töten der Tiere ist verboten, ebenso das Zerstören des Nestes.

Hornisse auf einem Weinblatt

Eine Hornisse landet an einem der letzten warmen Tage im Herbst auf einem herabgefallenen Weinblatt.

Passive und eher scheue Insekten

Hornissen wirken mitunter durch Ihre Größe bedrohlich – bis zu 3 Zentimeter ist ihr Körper lang. Im Vergleich zu manch anderen Wespen-Arten sind sie aber deutlich scheuer und an sich friedfertige Tiere. Sie meiden Menschen und vor allem auch deren Speisen und Getränke. Gerade Süßspeisen und Fleisch – für Wespen der eigentliche Anziehungspunkt auf Ihrer Terrasse oder im Garten – interessieren Hornissen nicht. Hingegen lieben diese Insekten reifes Obst, wie Weintrauben oder Zwetschgen. Wenn Sie Obst-Bäume oder Wein in Ihrem Garten haben, sollten Sie daher bei der Ernte im Sommer und Herbst vorsichtig sein und heruntergefallene Früchte zeitig aufsammeln.

Wespen und Fliegen stehen auf der Speisekarte

Hornissen ernähren sich von Saft aus Baumwunden und fangen für ihre Nachkommen vor allem andere Insekten, wie zum Beispiel Fliegen, Bienen oder eben auch – Wespen. Insofern erweisen sich Hornissen sogar als nützliche Gartenbewohner, weil sie die lästigen Artgenossen dezimieren.

Lichtquellen locken Hornissen nachts an

Eine Eigenart der Hornissen ist zudem, dass sie nachtaktiv sind. Sie fliegen dann bevorzugt Lichtquellen an und können sich davon manchmal nicht mehr lösen. Bei entsprechender Gartenbeleuchtung werden Sie also in Sommernächten womöglich mit Ihnen Bekanntschaft machen. Tipp: Löschen Sie die Lichtquelle, bis die Hornisse weiterfliegt. Wenn sich ein Tier durch das Anfliegen des Lichts ins Haus verflogen hat, fangen sie es am besten mit ein Glas ein, stülpen es darüber, schieben ein Blatt unter das Glas und bringen das Tier wieder nach draußen.

Hornisse im Glas ins Freie bringen

Hornissen, die sich ins Haus verflogen haben, können Sie problemlos mit einem Glas ins Freie bringen.

Tipps im Umgang mit Hornissen

Vermeiden sollte man bei Hornissen wie auch bei Wespen in erster Linie heftige Bewegungen. Ruhig bleiben ist hier eine sichere Strategie. Halten Sie sich auch nicht in unmittelbarer Nähe zum Nest auf oder durchkreuzen sie nicht dauerhaft die Flugbahnen zum Nest. Wenn sich das Hornissennest derart ungünstig in Ihrem Garten befindet, sollten Sie sich professionelle Hilfe für eine Umsiedlung holen. Dazu ist aber eine Sondergenehmigung der Naturschutzbehörde Voraussetzung.

Stich nicht gefährlicher als Wespenstich

Der Stich einer Hornisse ist gegen alle Gerüchte nicht gefährlicher als ein Wespen- oder Bienenstich, sie werden aber als schmerzhafter empfunden. Bei einem akuten Hornissenstich entfernen Sie am besten umgehend den Stachel und kühlen die Stelle, dass die Schwellung schnell abklingen kann.

Gefahr besteht wie bei Bienen- und Wespenstichen für Allergiker, die, wenn sie gestochen werden, einen Arzt aufsuchen sollten. Ebenso sind Stiche im Mund- und Rachenraum ernst zu nehmen, auch hier sollten Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Bild Hornissennest – Quelle: manni66  / pixelio.de

Incoming search terms:

Comments

  1. David says:

    Ich denke auch, es ist die Größe vor der man Angst hat und das Summen um einen herum, gibt schon ein komisches Gefühl.

    Im Grunde genommen sind das sehr interessante Insekten, die perfekt diesem Staatenleben angepasst sind.

    Schöner Bericht. Vielen Dank.

Speak Your Mind

*