Im Winter halten sich Hobbygärtner und Gartenbesitzer kaum im Garten auf. Die Pflanzen ruhen, der Frost lässt einige Arbeiten nicht zu, manchmal überdeckt Schnee alle Grünflächen. Dennoch lohnt es sich, einige Handgriffe und Gartenarbeiten jetzt anzugehen.
Außerdem tut die frische Luft im Winter gut, Aktivität im Garten sorgt für Ausgleich zum vielen Sitzen in der Wohnung oder im Büro, Sie stärken Ihr Immunsystem.
Also raus in den Garten – folgende Checkliste hilft dabei:
1. Winterschutz und Bewässerung für Bäume und Sträucher
Die größte Gefahr im Winter ist nicht die Kälte, sondern die Trockenheit. Immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja, Buchsbaum und Ilex verdunsten auch im Winter Wasser. Bei gefrorenem Boden können sie kein Wasser nachziehen und „verdursten“ (Frosttrocknis).
- Wässern: Gießen Sie immergrüne und vor allem Herbst-Neupflanzungen an frostfreien Tagen.
- Schneelast: Schütteln Sie Schneelast vorsichtig von Zweigen, um Astbruch zu verhindern.
- Sonnenschutz: Es kann sich lohnen, junge Stämme mit Vlies oder Weißanstrich vor starker Wintersonne zu schützen, um Risse in der Rinde zu vermeiden, besonders bei Obstbäumen.
2. Der Baumschnitt: Obstbäume & Sträucher
Januar und Februar sind die Hauptmonate für den Erhaltungsschnitt. Da die Bäume nicht im Saft stehen, heilen Wunden besser.
- Kernobst: Apfel- und Birnenbäume jetzt auslichten. Bringen Sie Licht und Luft in die Baumkrone.
- Steckhölzer: Forsythien, Johannisbeeren oder Weiden können Sie jetzt vermehren. Schneiden Sie bleistiftdicke, verholzte Triebe und stecken Sie sie zu zwei Dritteln in die Erde.
3. Rasenpflege im Winter
Bei Frost sollten Sie den Rasen so wenig wie möglich betreten. Die gefrorenen Grashalme brechen. Das kann im Frühjahr zu braunen Stellen und Pilzbefall führen.
- Rasen belüften: Entfernen Sie letzte Laubschichten vom Rasen, damit darunter keine Fäulnis durch Lichtmangel entsteht.
4. Kompost umsetzen
- Humusgewinn beschleunigen: An frostfreien Tagen graben und setzen Sie ihren Kompost um. Die Belüftung beschleunigt die Zersetzung pünktlich zur ersten Düngung im März.
5. Strategische Planung & Saatgut-Check
Erfolgreiche Gärtner nutzen den Februar für das „Trockentraining“. Wer jetzt plant, spart im Mai wertvolle Zeit.
- Keimprobe: Prüfen Sie altes Saatgut. Legen Sie dazu einige Samen auf feuchtes Küchenpapier. Keimt weniger als die Hälfte? Dann entsorgen und neu anschaffen.
- Kaltkeimer: Pflanzen wie Eisenhut, Christrose oder Bärlauch brauchen jetzt den Kälteimpuls. Säen Sie sie in Schalen aus und stelle Sie sie für ca. 4 Wochen nach draußen.
- Vorkultur: Ende Februar starten Sie auf der Fensterbank mit Paprika, Chilis und Sellerie – diese brauchen eine lange Entwicklungszeit.
6. Pflanzenschutz & Schädlingskontrolle
Schädlinge überwintern oft direkt an der Pflanze. Wer sie jetzt findet, verhindert eine Ausbreitung im Frühjahr.
- Johannisbeeren: Suche nach extrem dick angeschwollenen Knospen. Das ist die Johannisbeer-Gallmilbe. Diese Knospen ausbrechen und im Restmüll entsorgen.
- Obstbaumschutz: Kontrollieren Sie Leimringe an Obstbäumen und entfernen Sie verfangenes Laub, das als Brücke für Schädlinge dienen könnte.
7. Geräte- und Hütten-Check: Wartung statt Reparatur
- Werkzeugcheck: Reinigen Sie Spaten, Rechen und Scheren, so dass sie sauber und trocken lagern. Etwas Öl und Schleifen der Klingen verlängern die Lebensdauer massiv.
- Gartenhaus-Check: Prüfen Sie das Dach von Gartenhütte und Holz-Unterständen auf Undichtigkeiten. Feuchtigkeit im Winter zerstört gelagertes Holz oder Polster.
Für alle anderen Arbeiten gilt: Geduldig bleiben. Auch wenn die erste milde Februarsonne lockt: Lassen Sie den Mulch auf den Beeten, verzichten Sie auf zu frühe Bodenarbeiten. Die Ruhe schützt das Bodenleben vor Spätfrost-Schäden im März.


Stimmt, es gibt wirklich immer etwas zu tun im Garten!
Ich wollte gerade mit den ersten Arbeiten beginnen, nur leider ist mir jetzt wieder der Schnee in die Quere gekommen. Ist ja sehr schön, heißt aber auch zurück zum Start und erst mal alle Pflanzen von der Schneelast befreien.
Liebe Grüße
Dani & der Garteninspektor
Danke für die Tipps zur Garteninstandhaltung im Winter. Gut zu wissen, dass man Sträucher von Schnee befreien sollte. Bei meiner Oma sind manche Sträucher letzten Winter kaputt gegangen, weil der Schnee so schwer war.
Super Checkliste! Vielen Dank für die Tipps.
Man lernt nie aus!
Liebe Grüße
Ich achte darauf, dass sich die Gartenmöbel in die Gesamtgestaltung des Gartens einfügen. Das ist gar nicht so einfach. Mir ist es ganz lieb, wenn keine Zierpflanzen im Garten stehen, sondern nur Nutzpflanzen. Diese aber sollen so angelegt sein, dass der Garten aussieht, als sei er ein Garten der Zierpflanzen.
Ich bin gerade in mein erstes Haus gezogen und beginne, mich für meinen Garten zu interessieren. Ich weiß noch nichts darüber. Ihr Artikel ist interessant, ich hielt es nicht für notwendig, einen kompletten Plan über mehrere Monate für einen Garten zu erstellen. Ich freue mich darauf, ein paar Dinge zu lernen und mich um ihn zu kümmern.
Gut zu wissen, dass man immergrüne Pflanzen sogar im Winter regelmäßig gießen soll, da sie sowieso austrocknen können. Das wusste ich nicht! Ich habe seit Kurzem einen Garten und bin auf der Suche nach Tipps rund um die Pflege. Danke für den Beitrag, sehr hilfreich! Ich werde deine Bemerkungen im Kopf behalten!
Gut zu wissen, dass Januar ideal für Gartenentrümpelungen ist. Ich habe gerade ein neues Haus mit einem schönen Garten gekauft und ich hoffe, dass ich noch rechtzeitig bin, um alles am besten zu pflegen. Danke für deine Tipps!
Ein sehr interessantes Thema. Ich wollte schon immer mehr zur Gartenplanung wissen. Ich weiß noch nicht alles, aber ich weiß schon ein bisschen mehr