Rasen wässern: So gießen Sie Ihre Rasenfläche richtig

Was beim Wässern Ihres Rasens zu beachten ist: Hier ist ein Rasensprenger im Einsatz.

Viele Hobby-Gärtner kämpfen damit: Bei längerer Trockenheit kommen sie mit dem Wässern kaum hinterher. Vor allem der Rasen leidet schnell – die Frage ist: Wie bewässere ich richtig? Wann gieße ich am besten? Wie überprüfe ich das Ergebnis? Hier erfahren Sie die wichtigsten Infos.

Der häufigste Fehler bei der Rasenbewässerung ist ein zu kurzes Befeuchten der Grünfläche – womöglich noch tagsüber bei Sonneneinstrahlung.

Unsere Tipps:

  1.  Wenn Sie wässern, wässern Sie intensiv

    Damit die Feuchtigkeit die Wurzeln erreicht, sollten durchaus Pfützen auf der Rasenfläche entstehen. Lassen Sie daher den Rasensprenger oder sonstige Beregnungsanlagen lieber länger an einer Stelle laufen und bewässern hier nachhaltig, als zu häufig und zu schnell den Standort zu wechseln.

  2. Prüfen Sie das Ergebnis

    Stechen Sie nach der Bewässerung z.B. mit einem Spaten ein kleines Stück Rasen aus um zu sehen, ob das Wasser auch die Wurzeln erreicht hat. Die Grassode sollte noch ca. 10-15 Zentimeter tief feucht sein (das ist allerdings auch abhängig von der Rasensorte). Die ausgestochene Sode können sie im Anschluss wieder problemlos einsetzen.

    Andere Möglichkeit: Stellen Sie vor dem Beregnen oder Gießen ein Glas auf – es sollte nachher zwischen 1 und 2 Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt sein.

  3. Achten Sie auf die Position des Rasensprengers

    Das Wasser soll zu 100 Prozent den Rasen erreichen und nicht Gehwege oder die Terrasse mitbewässern. Das vermeidet unnötigen Wasserverbrauch. Untersuchen Sie Ihre Rasenfläche nach Schwachpunkten – wo ist das Gras angegriffen, wo gar verbrannt? Hier lohnt sich das konsequente Bewässern oder händisch mit der Gießkanne nachzugießen.

    Ein weiteres wichtiges Kriterium: Wo läuft das Wasser auf Ihrer Rasenfläche besonders schnell ab, gibt es Rillen oder Gräben, die das Wasser aufnehmen? Vermeiden Sie das schnelle Abfließen des Wassers.

  4. Niederschläge in die Planungen einbeziehen

    Planen Sie die die Wettervorhersage in Ihre Gartenarbeiten ein: Wenn sich Regen ankündigt oder die Temperaturen sinken, lässt sich auch mal auf das Gießen verzichten und Wasser sparen.

  5. Trinkwasser sparen – Regenwasser nutzen

    Ideal für das Gießen ist ein Vorrat an Regenwasser. Wenn möglich, stelle Sie eine oder mehrere Regentonnen oder ein Regenfass im Garten auf, sammeln sie Wasser. Das ersetzt wertvolles Trinkwasser – Sie handeln umweltbewusst und sparen Geld. Noch dazu wissen Sie bei Regenwasser-Verwendung mit Gewissheit, dass das Wasser unbehandelt, weich (also mit geringer Wasserhärte) und ohne Zusätze wieder der Natur zugute kommt. Für größere Gärten empfiehlt sich ein Regenwasser-Tank, den Sie unterirdisch ins Erdreich einsetzen lassen. Damit haben Sie jederzeit einen großen Wasservorrat zur Verfügung. Elektropumpen, die das Wasser aus dem Tank in den Gartenschlauch pumpen, gibt es schon für 30 bis 50 Euro. Typische Tankgrößen beginnen bei 1.000 bis 2.000 Liter Volumen, es gibt auch deutlich größere Varianten.

  6. Die richtige Tageszeit

    Die beste Zeit für das Bewässern des Rasens sind die frühen Morgenstunden. Während dieser kühlen Stunden des Tages nimmt der Rasen das Wasser am besten auf, die Verdunstung ist vergleichsweise gering. Das Grün ist damit gerüstet für die folgende Erwärmung, wenn die Sonne direkt auf die Rasenfläche einstrahlt.

    Praktisch dabei: Eine einfache Zeitschaltuhr ist schon für wenige Euro erhältlich. Damit lässt sich Gießperiode am Morgen bequem planen und voreinstellen ohne früh Aufstehen zu müssen.

  7. Im Frühjahr: Vertikutieren, Düngen, Nachsäen als Basis

    Mit den richtigen Maßnahmen im Frühling kräftigen Sie Ihren Rasen rechtzeitig und machen ihn widerstandsfähig gegen trockene Phasen im Sommer (Rasen erfolgreich ansäen und nachsäen)

  8. Bleiben Sie entspannt

    Die meisten Rasenflächen überstehen auch Trockenperioden gut – Aktionismus ist in Mitteleuropa nicht vonnöten. Nach den wenigen trockenen Wochen im Hochsommer erholt sich ihr Rasen normalerweise schnell von der kurzfristigen Trockenheit und leuchtet im Spätsommer wieder sattgrün.

 

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Comments

  1. Raquel N. Hatfield says:

    Rasen benötigt, abhängig von dem Boden, der Temperatur und Luftfeuchte bis zu 20l/m² und Tag. Dabei sollte man nicht täglich wässern, sondern nur 1-2 Mal /Woche. Das bedeutet, dass in Trockenperioden im Hochsommer bei zweimaligem Gießen/Woche jeweils bis zu 65 Liter (=6,5 Eimer voll!) pro m² gegeben werden müssen. Hat es geregnet, kann die Niederschlagsmenge davon abgezogen werden. Allerdings sollte sie durch einen Regenmesser gemessen werden, da die Niederschläge meist überschätzt werden. Bei genügender Wässerung wächst der Rasen gut, was wiederum ein- bis zweimaliges mähen/ Woche und eine entsprechende Düngung erfordert. Ohne diese intensive Pflege ist der „Bilderbuchrasen“ wie man ihn aus Prospekten und Gartenzeitschriften kennt, nicht zu erreichen! Enttäuschungen sind daher vorprogrammiert. Allerdings ist die Sichtweise des Gartenbesitzers jeweils eine andere: Der schöne grüne Rollrasen geht kaputt, der eingesäte Rasen „läuft schlecht auf“ bzw. entwickelt sich schlecht. Im ersten Fall wird leicht eine mangelhafte Qualität oder Verlegung vermutet, im zweiten Fall war das Wetter daran schuld!

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